Gedankenstraßen

Dort wo die Straßen gehen

Archive for October 2008

Wie sich Gedanken zu Wissen entwickeln

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Eigentlich ist es schon schlimm wie Dinge, die man zu Kenntnis genommen hat, wieder aus dem Sinn verschwinden können.

Es ist schon eine Weile her da ich von Cobocards etwas gehört habe, doch erst heute fällt mir ein, dass dieses Tool ideal für meine Gedankenjagd ist. Es ist also nicht nur für Lernstrategien gut, sondern auch um Gedanken und Ideen weiter zu entwickeln!

Man nehme z.B. Idee X. Idee X wird festgehalten. Idee X wird in Frieden gelassen, um zu reifen. Man schlägt ein paar Tage später in Cobocards die Idee wieder auf. Plötzlich fällt einem ein: “Zu Idee X könnte man doch noch Idee Y hinzufügen.” Und schon hat man aus einem einsamen X ein XY gemacht. Wieder wird XY in Ruhe gelassen, den auch XY braucht nun Zeit um zu reifen. Beim nächsten Aufschlagen merkt man “hey, aus XY könnte man auch YX machen”. Und so weiter und so fort und irgendwann hat man eine so brilliante Idee, dass man es kaum noch aushalten kann sie der Welt mitzuteilen :-).

Die nörgelnden Gedanken unter uns werden jetzt denken, das könne man auch mit Stift und Papier machen. Dagegen halten die optimistischen Gedanken: “Klar geht das, aber mit Cobocards geht es auch! Und wir mögen Cobocards.”

Wie auch immer, es hat zwar etwas gedauert, aber ich finde Cobocards einfach toll und nützlich.

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Written by mobbos

27. October 2008 at 1:47 pm

Identität

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Ich lese gerade das Buch “German Dream – Träumen für Deutschland”, von W. Blau & A. Selene. Es beinhaltet viele interessante Ansätze. Diesen fand ich am interessantesten bisher:

Wenn sich Jugendliche und Einwanderer in Deutschland daran versuchen, eine deutsche Identität zu erwerben, stoßen sie auf einen sehr seltsamen Identitätsbegriff. Wir definieren uns kaum über positive Werte und ein gemeinsames Zukunftsversprechen, sondern über all die negativen Dinge, die es in Deutschland zu verhindern gilt: Wir sind gegen Faschismus und gegen die Benachteiligung von Frauen, wir sind gegen die Diskriminierung von Minderheiten, gegen soziale Ausbeutung, gegen den Verlust unseres Sozialstaates, gegen Umweltzerstörung, gegen religiösen Fundamentalismus, und gegen Krieg. Das ist sehr gut. Das ist beruhigend. Aber es setzt keine Begeisterung frei. Ein Verbotskatalog kann Vertrauen schaffen, aber er schafft keinen Raum für Zukunftsträume im eigenen Land.

Wenn ich in Bezug auf die Integrationsdebatten über diesen Ansatz nachdenke, wird mir klar, dass wir es schaffen werden, Menschen, die Deutschland als ihre Heimat gewählt haben, heimisch fühlen zu lassen, wenn wir uns positiver Auskrucksweise bedienen. Ist das Glas halbvoll oder halbleer?