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Identität

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Ich lese gerade das Buch “German Dream – Träumen für Deutschland”, von W. Blau & A. Selene. Es beinhaltet viele interessante Ansätze. Diesen fand ich am interessantesten bisher:

Wenn sich Jugendliche und Einwanderer in Deutschland daran versuchen, eine deutsche Identität zu erwerben, stoßen sie auf einen sehr seltsamen Identitätsbegriff. Wir definieren uns kaum über positive Werte und ein gemeinsames Zukunftsversprechen, sondern über all die negativen Dinge, die es in Deutschland zu verhindern gilt: Wir sind gegen Faschismus und gegen die Benachteiligung von Frauen, wir sind gegen die Diskriminierung von Minderheiten, gegen soziale Ausbeutung, gegen den Verlust unseres Sozialstaates, gegen Umweltzerstörung, gegen religiösen Fundamentalismus, und gegen Krieg. Das ist sehr gut. Das ist beruhigend. Aber es setzt keine Begeisterung frei. Ein Verbotskatalog kann Vertrauen schaffen, aber er schafft keinen Raum für Zukunftsträume im eigenen Land.

Wenn ich in Bezug auf die Integrationsdebatten über diesen Ansatz nachdenke, wird mir klar, dass wir es schaffen werden, Menschen, die Deutschland als ihre Heimat gewählt haben, heimisch fühlen zu lassen, wenn wir uns positiver Auskrucksweise bedienen. Ist das Glas halbvoll oder halbleer?

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