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Identität

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Ich lese gerade das Buch “German Dream – Träumen für Deutschland”, von W. Blau & A. Selene. Es beinhaltet viele interessante Ansätze. Diesen fand ich am interessantesten bisher:

Wenn sich Jugendliche und Einwanderer in Deutschland daran versuchen, eine deutsche Identität zu erwerben, stoßen sie auf einen sehr seltsamen Identitätsbegriff. Wir definieren uns kaum über positive Werte und ein gemeinsames Zukunftsversprechen, sondern über all die negativen Dinge, die es in Deutschland zu verhindern gilt: Wir sind gegen Faschismus und gegen die Benachteiligung von Frauen, wir sind gegen die Diskriminierung von Minderheiten, gegen soziale Ausbeutung, gegen den Verlust unseres Sozialstaates, gegen Umweltzerstörung, gegen religiösen Fundamentalismus, und gegen Krieg. Das ist sehr gut. Das ist beruhigend. Aber es setzt keine Begeisterung frei. Ein Verbotskatalog kann Vertrauen schaffen, aber er schafft keinen Raum für Zukunftsträume im eigenen Land.

Wenn ich in Bezug auf die Integrationsdebatten über diesen Ansatz nachdenke, wird mir klar, dass wir es schaffen werden, Menschen, die Deutschland als ihre Heimat gewählt haben, heimisch fühlen zu lassen, wenn wir uns positiver Auskrucksweise bedienen. Ist das Glas halbvoll oder halbleer?

Interessant…

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…finde ich die Seite http://www.christfirm.de/. Es handelt sich hierbei um ein christliches Branchenbuch für bekennende Unternehmen.

Das Interessante ist die folgende Aussage: “Wir bekennen uns vorbehaltlos zur Bibel, dem unfehlbaren Wort Gottes, Das Zentrum der Bibel ist Jesus Christus. Allein der Glaube an ihn, als Retter und Erlöser aller Menschen,führt zurück in die Lebensgemeinschaft mit Gott.”

Die Idee an sich ist gut. Ich denke mir nur gerade, wenn es sich um ein muslimisches Branchenbuch gehandelt hätte, das Folgendes bekennt:”Wir bekennen uns vorbehaltlos zum Koran, dem unfehlbaren Wort Gottes. Das Zentrum des Korans ist Gott. Allein der Glaube an Ihn, als Schöpfer aller Menschen, führt ins Paradies”, dann hätte es einen Aufschrei gegeben. Das ist bedauerlich, weil mit zweierlei Maßen gemessen wird.

Verschwörungstherie oder Opfergequatsche? Keineswegs! Dem “Haus des Islam” wurde die Gemeinützigkeit vor einigen Monaten aberkannt, weil der Leiter dieses Vereins, dem deswegen die Verfassungsuntreue vorgeworfen wurde, das Folgende, vor 22 Jahren, in einem Vortrag sagte: ” Muslim sein (werden) bedeutet auch, Gott als die einzige Quelle aller Gesetze anzuerkennen. […]” *. Die Aussage für sich alleine könnte tatsächlich den Gedanken der Verfassungsuntreue hervorrufen. Doch liest man die Aussage im Kontext, ist diese selbstverständlich und beudeutet nichts anderes als sich Gott zu ergeben.

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* http://www.dar-us-salam.de/library/Weltanschauung.html